Als „richtiges Nachwendekind“ bezeichnet Karl-Heinz Mergenthaler Haus Ecktannen in Waren an der Müritz. Denn nach der Wende entstand durch Kontakte mit einem christlich-sozialen Träger in Bremen in der knapp 100 Mitglieder zählenden Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Waren die Idee, ein Sozialwerk zu gründen. Denn „Sozialarbeit und christliche Botschaft gehören zusammen“, sagt der Geschäftsführer von Haus Ecktannen. Am 1.1.1994 wurden aus städtischer Trägerschaft zwei bestehende Häuser übernommen, in denen schon zu DDR-Zeiten Senioren gepflegt worden waren. Dieser Beginn war eine riesige Herausforderung für das knapp 30 Personen umfassende Sozialwerk. Dessen Vorsitzender Pastor Helmut Gohr sagte, dass er damals „nur weite Hosen trug, damit man die schlotternden Knie nicht sehen konnte“. Denn mit der Übernahme der alten Häuser war gleichzeitig die Verpflichtung verbunden, neu zu bauen. Dabei erfuhr die Kirchengemeinde große Unterstützung durch die kommunale Gemeinde Waren. So wurden die Grundstücke dem Sozialwerk auf dem Wege des Erbbaurechts überlassen Finanzielle Unterstützung für den Bau erhielt das Sozialwerk auch vom Landkreis Müritz, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Deutschen Hilfswerk.
Von Anfang an war Geschäftsführer Mergenthaler und seinen Mitstreitern klar, dass man bei aller Begeisterung für christlich-soziales Engagement ein Seniorenheim wirtschaftlich führen muss, um am Markt bestehen zu können. „Gute Pflege müssen heute alle Häuser anbieten“, sagt er. Darüber hinaus möchte Haus Ecktannen den alten Menschen aber auch ein Zuhause bieten. Dort gibt es nicht nur gute Pflege für den Körper, sondern auch Angebote für die Seele in Form von Andachten und Seelsorge. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit allen in Waren vertretenen Kirchen. Dankbar ist Mergenthaler auch, dass ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde sich für die Bewohner von Haus Ecktannen engagieren.
Dieser ganzheitliche Ansatz ist auch das Anliegen des neuen Trägers, der am 1. April 2010 Haus Ecktannen übernommen hat. Beratend arbeitet die Immanuel Diakonie Group schon von Beginn an in Waren mit. Auch in Berlin ist die diakonische Arbeit aus der Arbeit einer Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde hervorgegangen. Sowohl in der Immanuel Diakonie Group als auch in Haus Ecktannen sind die christlichen Grundwerte Basis der Arbeit für und mit den anvertrauten Menschen.
Letztendlich war die sich wandelnde Landschaft in der Sozialarbeit der Grund für die Übernahme der Trägerschaft durch die Immanuel Diakonie Group, sagt Karl-Heinz Mergenthaler: „Kleine autarke Einheiten wie Haus Ecktannen gib es heute faktisch nicht mehr“. Innerhalb einer größeren Gruppe könne man viele Synergie-Effekte erzielen, vor allem was das Spezialwissen auf den verschiedensten Gebieten betrifft - vor allem rechtlicher Art. Und auch perspektivisch und von der Investitionsseite sei natürlich in einer größeren Einrichtung mehr Spielraum gegeben, freut sich Mergenthaler. Und er freut sich auch darüber, dass Haus Ecktannen nicht in einer Phase finanzieller Not den Trägerwechsel vollzieht, sondern betriebswirtschaftlich solide dasteht.
Zu Haus Ecktannen gehört noch ein Tagungs- und Begegnungshaus, das vor allen Dingen auch für behinderte Menschen zur Verfügung steht, die sonst oft Schwierigkeiten haben, adäquate Unterbringungsmöglichkeiten in schönen Urlaubsgebieten zu finden. Und ein schönes Urlaubsgebiet – das bietet Haus Ecktannen, direkt an der Müritz gelegen – allemal. Behindertengerecht gelangt man zum Beispiel über einen neu angelegten Weg, der auch mit Rollstühlen befahren werden kann, direkt zum Strand. „Die Lage ist einfach traumhaft“, schwärmt der Geschäftsführer, „Badestelle direkt am Haus, Bushaltestelle davor und ein idyllischer Fußweg an der Müritz entlang bis ins Stadtzentrum – was will man mehr?“
Kontakt:
Günter Mahler
Immanuel Diakonie GmbH
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